Australien mit Baby – ein Monat Elternzeit Down Under

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Von Mitte Februar bis Mitte März 2018 war es soweit: wir haben Michis ersten Elternzeitmonat zu dritt in Australien verbracht. Während daheim in München alle über Rekordkälte und – 15 Grad berichteten, fuhren wir in unserem Camper dem Sommer entgegen von Melbourne über die Great Ocean Road nach Sydney.

Es war ein Abenteuer, unsere erste Reise mit Anna. Wir würden es jederzeit wieder machen, wenn auch etwas anders – aber nachher ist man ja immer schlauer. Auf jeden Fall waren es unglaublich schöne und unvergessliche vier Wochen in Down Under.

australienreise_mit_babyWas würden wir wieder so machen?

  • Die gemeinsame Elternzeit für eine längere Reise nutzen. Nur so konnten wir die Zeit intensiv zu dritt (und nur zu dritt) verbringen und uns selbst als Familie (neu) finden.
  • Nach Australien fliegen. Oder Kanada. Oder Neuseeland. Oder wohin auch immer man schon immer mal wollte oder nochmal hin will. Für ein Kind unter zwei Jahren zahlt man kaum etwas beim Fliegen und Anna hat auch super mitgemacht, dank Manduca, Spielzeug und den vielen lieben anderen Passagieren, die so gut mit ihr gespielt haben.
  • Erst buchen, wenn man sein Kind und sich selbst als Eltern kennengelernt hat und sich das Ganze zutraut. Wir hatten schon vor der Buchung einige Kurzstreckenflüge mit Anna nach Luxemburg gemacht und konnten davon ausgehen, dass sie das Fliegen an sich gut mitmacht, im Flugzeug schlafen kann und keine Druckausgleichprobleme hat.
  • Eine Camperreise planen, wenn es eine Rundreise sein soll. So muss man die 1000 Sachen, die man mit Baby braucht, nicht dauernd von A nach B mitschleppen sondern hat immer alles dabei. Und Anna brauchte sich nicht ständig an eine neue Schlafumgebung zu gewöhnen.
  • Bereit sein, spontan umzuplanen und die Bedürfnisse des Babys an erste Stelle zu setzen, sonst artet der Urlaub in Stress aus. Es dauert eben alles länger, ist aufgrund von festen Schlafens- und Essenszeiten weniger flexibel und man hat einfach weniger Zeit für Sightseeing und coole Bars. Dafür wird man mit einzigartigen Momenten belohnt wie Annas Zehen berühren zum ersten Mal in ihrem Leben den Sand, das Meer; sie staunt über die ersten Papageien, Möwen, Koalas, Kängurus, die sie je gesehen hat, isst zum ersten Mal Scampis und Mango oder fängt an richtig zu krabbeln – und das Beste: das alles erlebt man zu dritt.
  • Das Alter von zehn Monaten war für uns genau richtig: Anna war kein ganz kleines Baby mehr, die Nächte nicht mehr so anstrengend und wir gelassener als in den ersten Monaten. Sie hat schon einiges mitbekommen und ihr Staunen war echt eines der Highlights unserer Reise. Allerdings war sie auch noch nicht so mobil wie jetzt, wo sie ständig rumkrabbelt und klettert und sicher noch weniger motiviert wäre auf so engem Raum zu wohnen und zu spielen.

Was würden wir anders machen?

  • Vier Wochen waren zu kurz. Klar, kein Urlaub ist je lange genug. Aber hier war es wirklich so, dass wir erst einmal eine gute Woche zum „Eingewöhnen“ brauchten. Das lag gar nicht am Jetlag, der war nach einem Tag überstanden, sondern viel mehr am Umstand, dass wir plötzlich zu dritt waren. Hier in München haben wir die Wochenenden und vereinzelte Tage zu dritt, wir sind in unserer Wohnung und mehr oder weniger eingespielt. Der Alltag allerdings ist anders: Anna und ich haben unseren Tagesablauf hier, Michi seinen im Büro – und es läuft. Aber 24 Stunden zu dritt auf engstem Raum am anderen Ende der Welt ist eine ganz andere Geschichte. Dazu kam, dass zuerst Anna und dann ich krank waren. Anna sogar zum ersten Mal mit Fieber, was wir aber dank optimaler Reiseapotheke gut in den Griff bekommen haben. Im Nachhinein würden wir wohl mindestens sechs Wochen einplanen.
  • Ob am anderen Ende der Welt oder im Schwarzwald – beim Urlaub mit Baby nimmt man den Alltag mit. Obwohl uns das irgendwo schon bewusst war, mussten wir in Australien nochmal lernen, dass wir uns an Annas Tagesablauf inkl. Essens-, Schlaf- und Spielzeiten halten mussten, was unsere ursprüngliche Planung etwas beeinträchtigt hat. Wir konnten nicht mehr als 2 Stunden pro Tag fahren und auch Highlights wie die Great Ocean Road mit ihren zahlreichen Lookouts mussten wir reduziert machen: stehenbleiben während Anna schläft war ein No Go. Genauso wie alle 10 Minuten aussteigen, schauen, Fotos machen, um sie dann wieder in den ungeliebten Babysitz zu setzen und weiterzufahren. Aber auch hier muss man es einfach testen und flexibel sein.
  • Ursprünglich beinhaltete unser Reiseplan auch Stopps für eine Nacht. Das haben wir schnell angepasst und sind immer mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Nächte am gleichen Ort geblieben. Mit Mittagschlaf und Ruhezeiten ab 18 Uhr sieht man am Ankunftstag oftmals gar nichts, weil der Tag um ist nachdem man sich häuslich eingerichtet hat. Mit zwei bis drei Nächten Aufenthalt kann man in Ruhe ankommen und kann trotzdem etwas unternehmen ohne dass es in Stress ausartet.

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