Eine Woche Familienurlaub im kroatischen Ferienhaus: drei Familien zwischen Urlaub und Alltag

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Ende August war es soweit: der erste klassische Familienurlaub für Anna, Michi und mich stand an. Klassisch nenne ich es, weil ich solche Urlaube selbst aus meiner Kindheit kenne. Man nehme drei Familien, eine Villa mit Pool in einem warmen Land und fahre für eine Woche mit dem Auto dahin. Die Vorfreude war groß, einzig das Bangen ums Wetter hat uns etwas gebremst.

Und dann war es ein toller Familienurlaub, richtig schön und entspannt.

In der einen Woche hatten wir zwei Regentage, was zu verschmerzen war. Ansonsten schien die Sonne, die Stimmung zwischen den sieben Erwachsenen und fünf Kindern blieb gut und es ist kein Lagerkoller ausgebrochen. Allerdings hätte der Unterschied zu unserem ersten Familienurlaub im Camper durch Australien nicht größer sein können.

Wir haben nämlich von Kroatien nichts gesehen. Das Ferienhaus hätte genauso gut in Italien oder Spanien stehen können. Was aber auch unsere eigene Entscheidung war.

Dafür lief der Alltag entspannt weiter, die Kinder konnten ihren Mittagsschlaf  und ihre Essgewohnheiten einhalten, ohne dass wir alles danach ausrichten mussten. Michi und ich konnten uns die Anna-Betreuung aufteilen, sodass immer einer von uns schlafen, im Pool chillen oder lesen konnte. Überhaupt war eins meiner Highlights, dass ich endlich mal wieder ein 500 Seiten dickes Buch lesen konnte, ohne immer wieder neu anzufangen, weil ich mich nicht mehr an den Anfang erinnere. Abends haben wir Erwachsenen zusammen gekocht, wenn die knapp zweijährigen Zwillinge und Anna schon im Bett lagen. Sechs Abende hintereinander mit Freunden zu verbringen war ein weiteres Highlight, fast wie zu WG-Zeiten. Vor allem meine beste Freundin Tammy, die mit ihrem Mann und den Zwillingen in Luxemburg lebt, so viel um mich zu haben, war richtig schön. Wir konnten jeden Abend in Ruhe essen, was trinken und uns unterhalten definitiv ein Vorteil von einem gemeinsamen Ferienhaus.

Da ich als Vollzeitmama ja aktuell keinen anderen Job habe, von dem ich mich erholen muss, hatte ich meinen Arbeitsalltag wie schon in Australien natürlich zu 100 % mit dabei. Nur eben erschwert dadurch, dass wir nicht in der gewohnten Umgebung waren, Anna bei uns im Zimmer geschlafen hat, sich beim Essen schwer tat und Michi und ich uns nicht immer einig über die Aufgabenaufteilung waren. Also eigentlich alles wie daheim. Das ist ein anfangs frustrierender Punkt, den man als Neu-Eltern wohl einfach akzeptieren muss: der Elternjob inklusive kochen, waschen, ins Bett bringen und Nachtdienst reist mit. Immer und überallhin. Zumindest ins Ferienhaus.

Dafür hatte ich wiederum einige freie Stunden für mich und Anna hat wundersamerweise so gut geschlafen wie noch nie.

Das lag wohl auch am erstklassigen Entertainment, vor allem durch die fast gleichaltrigen Zwillinge und die beiden sechs und neun Jahre alten Mädels, die sich super mit den Kleinen beschäftigt haben. Zu sehen, wie die beiden Bücher mit den Kleinen angeschaut, zusammen schwimmen geübt und Gesellschaftsspiele gespielt haben, wurde von uns vier Kleinkindeltern voller Neid, aber auch Vorfreude beobachtet.

Nur noch ein paar Jahre, dann ist es soweit: dann bedeutet Urlaub auch wieder Urlaub im eigentlichen Sinne mit stundenlangem In-der-Sonne-dösen, Tagesausflügen bis 22 Uhr und Restaurantbesuchen nach Lust und Laune.

Definitiv ein Lichtblick während den „warum fahren wir überhaupt in den Urlaub wenn doch eh alles genauso ist wie daheim“-Momenten.

Ich finde, wir hatten eine super Woche alle zusammen. Nach einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück hat sich tagsüber alles rund um den leider etwas kalten Pool abgespielt. Wir hatten Planschbecken für die Kleinen und Wasserspielzeug für die Großen dabei und jeder konnte tun und lassen was er wollte.

Wenn Anna und die Zwillinge dann gegen 19 Uhr im Bett waren, wurde das wohlverdiente Erwachsenenprogramm mit Lillet und kroatischem Bier zum Aperitif eingeläutet.

Die Männer haben gegrillt, die Frauen waren für Beilagen und Dessert zuständig. Alles ganz klassisch. 🙂 Bei Tisch haben wir viel gelacht und über Gott und die Welt diskutiert. Zwar waren natürlich nicht immer alle einer Meinung vor allem als ich die bevorstehenden Wahlen in Luxemburg angesprochen habe, weil auch für Expats wie mich Wahlpflicht herrscht – aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch.

Die anderen sind 14 Tage geblieben und haben in der zweiten, etwas verregneten Woche mehrere Ausflüge gemacht, während für uns drei eine Woche Ferienhaus genau richtig war. Was wir beim nächsten Mal allerdings anders planen würden, ist die Anreise. Über sieben Stunden Autofahrt mitten in der Nacht zu Annas Schlafenszeit  hat uns doch sehr geschlaucht. Wobei das zukünftig mit einem Zwischenstopp oder Flug + Mietwagen vor Ort auch relativ einfach zu vermeiden wäre.

Alles in allem war es ein entspannter Familienurlaub, in dem nicht das Urlaubsland und seine Kultur oder Kulinarik sondern die Zeit miteinander im Vordergrund stand. Für uns auf jeden Fall eine andere Art Urlaub, die wir in dieser Konstellation aber jederzeit wiederholen würden, egal ob in Kroatien, Italien oder sonstwo. 

Christine

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